Mit dem Nachtzug nach Xi´An:
Jetzt ist es auch schon wieder 3 Wochen her, dass ich zusammen mit Fabian und Daniel nach Xi´An gefahren bin. Hier also nun nachgereicht der Bericht von einem spontanen Trip in die 1200 Km entfernte Stadt. Xi´An (= westlicher Frieden) war bis zum Jahr 1368 1120 Jahre lang die erste Hauptstadt Chinas.
Während der Woche hatten wir uns spontan darauf geeinigt, über das Wochenende nach Xi´An zu fahren. Entfernungen sind hier in China irgendwie anders definiert. Einen Trip von insgesamt fast 2500 Km macht man eigentlich nicht nur wegen einem Tag, aber hier geht das schon mal. Den Nachtzügen sei dank. Die Dinger sind echt praktisch. Wir haben am Freitag nach Feierabend kurz ein paar Klamotten in den Rucksack geworfen und sind dann ab zum Bahnhof gefahren. Wir hatten Karten für ein 4er Abteil im Schlafwagon. Die Abteile erfüllen ihren Zweck vollkommen. Ziemlich gemütliche Betten mit, wie soll es ich China auch anders sein, einem eigenen Fernsehbildschirm für jedes Bett.
Wir haben es uns richtig gemütlich gemacht in unserem Abteil, noch das ein oder andere Bier getrunken und dann bestens geschlafen. Wenn man dann morgens aufwacht, ist man auch schon da. Man hat nicht gemerkt, dass der Zug die ganze Nacht gefahren ist. In jedem Wagon gibt es auch einen Waschraum, in dem man sich frisch für den Tag machen kann. Am Samstagmorgen waren wir also so gegen 7.30h am Bahnhof in Xi´An. Natürlich sind wir keine Anfänger uns hatten uns vorher genau darüber informiert, was man hier machen/angucken sollte, was man könnte und was man auch ruhig sein lassen kann. Aufgrund der beschränkten Zeit (Der Zug ging am gleichen Abend wieder zurück) haben wir uns also auf die Dinge konzentriert, die man gesehen haben muss. Dazu gehören zum einen die Stadtmauer von Xi´An und die Terrakottaarmee, für die Stadt in der ganzen Welt bekannt ist. Also sind wir zuerst zur Mauer, die direkt vom Bahnhof aus zu Fuß zu erreichen war. Auf der Mauer hatten wir uns Fahrräder (natürlich Fahrräder, wir sind ja in China) gemietet und sind ein Mal auf der Mauer um den ganzen Stadtkern gefahren. Die Stadt hat ungefähr 7 Mio. Einwohner, wovon 4 Mio. innerhalb der Stadtmauer leben. Unsere Fahrradtour am frühen Morgen war ca. 13 Km lang. Von da oben hatte man einen sehr guten Überblick über die Stadt. In jedem angrenzenden Park waren schon früh morgens viele ältere Leute dabei ihren morgendlichen Übungen durchzuführen. Da wird schon mal zusammen getanzt, sich ausgiebig gedehnt oder auch das Gleichgewicht trainiert bzw. mit sich selber in Einklang gebracht. Da wir uns natürlich Zeit gelassen hatten und auch noch auf der Mauer gefrühstückt haben, waren wir dann so gegen 11 Uhr wieder unten. Von dort aus haben wir uns dann einen Fahrer genommen, der uns zu den Terrakottakriegern fahren sollte.
Hier einige Infos über die Krieger:
Die 1974 von Landarbeitern bei Xi’an entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbesteigung, ließ der Kaiser mit dem Bau seiner Grabstätte beginnen. Während der 36 Jahre dauernden Arbeiten waren bis zu 70.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Auf einem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal wurde eine Grabkammer, geschützt von einer Armee lebensgroßer Tonsoldaten, der Tonsoldatenarmee (Terrakottaarmee), errichtet. Im Alter von 49 Jahren starb Qin Shihuangdi während einer Inspektionsreise in die Provinz, und wurde in seiner Grabkammer beigesetzt. Anders als die Grabstätte von Qin Shihuangdi wurden die Tonsoldaten in keiner der zeitgenössischen oder späteren Aufzeichnungen erwähnt. Ihre Entdeckung war deshalb selbst für die Fachwelt eine Sensation. Bisher wurden mehr als 3000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen ausgegraben und restauriert, geschätzte weitere 5000 Figuren sind noch im Erdreich verborgen.
Nach der Besichtigung der Armee haben wir uns wieder zurück in die Stadt fahren lassen, sind dort noch ein bisschen rumgeschlendert, haben etwas gegessen und sind dann wieder Richtung Bahnhof, denn unser Zug ging um 21h wieder zurück nach Beijing.
Das war dann also der Samstag. Am Sonntagmorgen waren wir wieder pünktlich um 7h in Beijing und hatten prächtiges Wetter. Ins Bett brauchten wir nicht mehr, da wir wieder richtig gut im Zug geschlafen hatten.
Viele Grüße
Gordon



