Monday, November 27, 2006

Ab und zu machen wir aber auch ganz seriöse Sachen am Wochenende. So wie vor 2 Wochen. Das Kempinski Hotel Peking lud zum Deutschen Ball ein.
Einige Wochen vorher wurde nach kurzer Absprache morgens im Bus entschieden uns fein rauszuputzen und auch dort sehen zu lassen. Die Karten waren nicht günstig,
aber dafür wurde auch einiges geboten. Ein sehr gutes 5 Gänge Menu, jede Menge Abendprogramm mit Deutschen Künstlern und Komikern aus Funk und Fernsehen und eine sehr ausdauernde Live Band, die bis in die Morgenstunden einen Klassiker nach dem anderen anstimmte. An einen Ball hat es nach dem offiziellen Teil, dem Menu und des ersten Runden Paulaner Weißbier nicht mehr so wirklich erinnert. Das störte uns aber überhaupt nicht.
Auch wenn wir den Altersdurchschnitt etwas gedrückt haben, hatten wir einen riesigen Spaß und verließen das Kempinski so gegen 5.30 Uhr, als es schon langsam hell wurde…







Ein ganz normales Wochenende in Peking…

Hier mal eine kleine Idee von dem, was wir an den Wochenenden so erleben:

Da wir hier mittlerweile insgesamt 45 Praktikanten bei DaimlerChrysler sind, gibt es jedes Wochenende einen Anlass zum Feiern.
Letztes Mal war es die Abschiedsparty unseres Chinesischen Praktikanten Yunfai, der in Berlin studiert.
Erst haben wir uns richtig den Bauch voll geschlagen, um dann im Anschluss in eines der unzähligen Karaokecenter zu zeigen, was wir können.
Bisher konnte ich mich ja erfolgreich um die Karaokeabende drücken, aber diesmal gab es keinen Ausweg. Uns Deutschen war allen nicht so wohl bei dem Gedanken, gleich in die Rollen von Madonna, Frank Sinatra und Guns´n Roses zu wechseln. 30 Minuten und ca. 3 Fässer Bier später sah die Sache aber schon ganz anders aus, da musste man dann schon darum kämpfen, um auch mal wieder das Mikrofon abzubekommen. Wenn alle gleich schlecht singen, ist es halb so schlimm.
Die Chinesen sind echt verrückt nach Karaoke! Es gibt mindestens genau so viele Hobbysänger-Center, wie Massagesalons und das heißt schon einiges. Die Center sind meistens 4-5-stöckig, mit mindestens 20 Zimmer pro Stock. Und das Schärfste ist: Wenn man nicht vorher reserviert, bekommt man nicht mal eins davon, weil alle ausgebucht sind.
Wie auch immer, nachdem wir uns schön heiser gesungen hatten, ging es weiter in diverse Bars und Diskotheken. Dies ist auch etwas anders, als zuhause. Für Drinks wie Bacardi-Cola, Wodka-Orange oder Gin-Tonic zahlt man hier selten mehr als 1 EURO…

So weit mal ein kleiner Einblick in unsere Wochenendaktivitäten.

Gordon



Ich komme irgendwie gar nicht mit dem Schreiben hinterher…

Hier ein wirklich kurzer Bericht und noch mal ein paar Bilder über meinen Zweiten Trip nach Shanghai. Dieser war eher von der kurzfristigen Sorte. Donnerstags haben wir (Kai, Peter und ich) uns überlegt übers Wochenende noch mal kurz nach Shanghai zu düsen. Hier wurde es langsam kalt und ungemütlich. Die Wettervorhersage für Shanghai prophezeite 25 Grad und Sonnenschein. Ein Ticket Peking-Shanghai-Peking kostet 100€. Das Hotelzimmer, im selben Hotel wie beim letzten Mal, kostete uns weitere 10€ pro Person. Samstagmorgen um 7 Uhr ging es los zum Flughafen. Um 10 Uhr waren wir im Hotel und eine weitere halbe Stunde später fanden wir uns schon im Paulaner Biergarten zum Deutschen Frühstück ein. Das Paulaner hat mit Abstand das beste Stückchen Land in Shanghai für sich. Kein Wunder also, dass wir dort fast 3 Stunden in der Sonne saßen. Gut gesättigt und etwas gebräunt schlenderten wir dann durch die Stadt. Unter anderem auch noch mal hinauf auf den TV Tower. Abends gingen wir essen, danach in die Barbarossa (die chillingste Bar in Shanghai), dann weiter auf den Jin Mao Tower (der mit der höchsten Cocktailbar der Welt) und danach richtig auf die Piste. Und nun ratet mal…
…am nächsten Morgen haben wir uns dabei ertappt, wie wir schon wieder im Paulaner unter dem Sonnenschirm saßen und ein Frühstücksweizen zu unserem Essen tranken. Und weil es so schön war saßen wir dort auch bis wir uns langsam auf den Weg zum Flughafen machen mussten. So langsam war das aber gar nicht, da wir wieder mit dem Transrapid gefahren sind, der mit einer Spitzengeschwindigkeit von 431 Km/h in 8 Minuten die 30 Km zum Flughafen zurücklegt.
Sonntagabend waren wir dann schon wieder in Peking und Montagmorgen frisch unter munter im Büro…

Das war Shanghai die Zweite





Monday, November 20, 2006

Letzte Woche waren Jörg und Chris bei mir zu Besuch in Peking.

Wer fleißig meine Berichte liest, weiß, dass die beiden gerade ein Semester in Hongkong „studieren“ und ich sie in der Golden Week dort besucht habe.
Natürlich wollte ich mich revanchieren und ihnen auch ein bisschen was von dem richtigen China zeigen, wovon die beiden in Hongkong nicht wirklich viel mitbekommen.
Wir hatten ein paar lustige Tage. Die 2 hatten einen Ausflug zur Mauer und in die Chinesische Stadt. Natürlich haben wir es uns auch gut gehen lassen. Am Wochenende sind wir nach dem Aufstehen erstmal in Grandma´s Kitchen zum Katerfrühstück gegangen. Von dort aus sind wir dann zum Schneider, bei dem die Jungs richtig zugeschlagen hatten. Hier in Peking ist es halt doch noch ein paar EURO günstiger, als in HK. Völlig erschöpft sind wir dann erstmal eine Runde in einen unserer Pools und haben kurz alle Viere von uns gestreckt, bevor es abends erst wieder zum Essen ging und dann richtig auf die Piste. Für eine Massage zwischendrin hat die Zeit zwar nicht gereicht, aber ein Bild möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten. Wir versuchen hier regelmäßig zur Massage zu gehen – nicht nur wegen den hübschen Klamotten, die man dort bekommt…

Gordon






Tuesday, November 14, 2006

Mit dem Nachtzug nach Xi´An:

Jetzt ist es auch schon wieder 3 Wochen her, dass ich zusammen mit Fabian und Daniel nach Xi´An gefahren bin. Hier also nun nachgereicht der Bericht von einem spontanen Trip in die 1200 Km entfernte Stadt. Xi´An (= westlicher Frieden) war bis zum Jahr 1368 1120 Jahre lang die erste Hauptstadt Chinas.
Während der Woche hatten wir uns spontan darauf geeinigt, über das Wochenende nach Xi´An zu fahren. Entfernungen sind hier in China irgendwie anders definiert. Einen Trip von insgesamt fast 2500 Km macht man eigentlich nicht nur wegen einem Tag, aber hier geht das schon mal. Den Nachtzügen sei dank. Die Dinger sind echt praktisch. Wir haben am Freitag nach Feierabend kurz ein paar Klamotten in den Rucksack geworfen und sind dann ab zum Bahnhof gefahren. Wir hatten Karten für ein 4er Abteil im Schlafwagon. Die Abteile erfüllen ihren Zweck vollkommen. Ziemlich gemütliche Betten mit, wie soll es ich China auch anders sein, einem eigenen Fernsehbildschirm für jedes Bett.
Wir haben es uns richtig gemütlich gemacht in unserem Abteil, noch das ein oder andere Bier getrunken und dann bestens geschlafen. Wenn man dann morgens aufwacht, ist man auch schon da. Man hat nicht gemerkt, dass der Zug die ganze Nacht gefahren ist. In jedem Wagon gibt es auch einen Waschraum, in dem man sich frisch für den Tag machen kann. Am Samstagmorgen waren wir also so gegen 7.30h am Bahnhof in Xi´An. Natürlich sind wir keine Anfänger uns hatten uns vorher genau darüber informiert, was man hier machen/angucken sollte, was man könnte und was man auch ruhig sein lassen kann. Aufgrund der beschränkten Zeit (Der Zug ging am gleichen Abend wieder zurück) haben wir uns also auf die Dinge konzentriert, die man gesehen haben muss. Dazu gehören zum einen die Stadtmauer von Xi´An und die Terrakottaarmee, für die Stadt in der ganzen Welt bekannt ist. Also sind wir zuerst zur Mauer, die direkt vom Bahnhof aus zu Fuß zu erreichen war. Auf der Mauer hatten wir uns Fahrräder (natürlich Fahrräder, wir sind ja in China) gemietet und sind ein Mal auf der Mauer um den ganzen Stadtkern gefahren. Die Stadt hat ungefähr 7 Mio. Einwohner, wovon 4 Mio. innerhalb der Stadtmauer leben. Unsere Fahrradtour am frühen Morgen war ca. 13 Km lang. Von da oben hatte man einen sehr guten Überblick über die Stadt. In jedem angrenzenden Park waren schon früh morgens viele ältere Leute dabei ihren morgendlichen Übungen durchzuführen. Da wird schon mal zusammen getanzt, sich ausgiebig gedehnt oder auch das Gleichgewicht trainiert bzw. mit sich selber in Einklang gebracht. Da wir uns natürlich Zeit gelassen hatten und auch noch auf der Mauer gefrühstückt haben, waren wir dann so gegen 11 Uhr wieder unten. Von dort aus haben wir uns dann einen Fahrer genommen, der uns zu den Terrakottakriegern fahren sollte.

Hier einige Infos über die Krieger:
Die 1974 von Landarbeitern bei Xi’an entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbesteigung, ließ der Kaiser mit dem Bau seiner Grabstätte beginnen. Während der 36 Jahre dauernden Arbeiten waren bis zu 70.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Auf einem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal wurde eine Grabkammer, geschützt von einer Armee lebensgroßer Tonsoldaten, der Tonsoldatenarmee (Terrakottaarmee), errichtet. Im Alter von 49 Jahren starb Qin Shihuangdi während einer Inspektionsreise in die Provinz, und wurde in seiner Grabkammer beigesetzt. Anders als die Grabstätte von Qin Shihuangdi wurden die Tonsoldaten in keiner der zeitgenössischen oder späteren Aufzeichnungen erwähnt. Ihre Entdeckung war deshalb selbst für die Fachwelt eine Sensation. Bisher wurden mehr als 3000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen ausgegraben und restauriert, geschätzte weitere 5000 Figuren sind noch im Erdreich verborgen.

Nach der Besichtigung der Armee haben wir uns wieder zurück in die Stadt fahren lassen, sind dort noch ein bisschen rumgeschlendert, haben etwas gegessen und sind dann wieder Richtung Bahnhof, denn unser Zug ging um 21h wieder zurück nach Beijing.
Das war dann also der Samstag. Am Sonntagmorgen waren wir wieder pünktlich um 7h in Beijing und hatten prächtiges Wetter. Ins Bett brauchten wir nicht mehr, da wir wieder richtig gut im Zug geschlafen hatten.

Viele Grüße
Gordon






Friday, November 10, 2006

Bevor ich den Bericht über unser Wochenende in Xi´An schreibe, wollte ich zwischendrin mal einen kulinarischen Beitrag zukommen lassen.
Wie ja schon des Öfteren erwähnt, kann man hier sehr gut und im Verhältnis zu Deutschland auch sehr günstig essen gehen, was wir auch mehrmals die Woche machen. Es gibt hier alle Küchen der Welt. Am häufigsten kommen natürlich die Chinesischen Restaurants vor, bei denen man sich mit 10 Leuten schon für 10€ richtig die Plauze voll schlagen kann. Hier gibt es natürlich auch qualitative Unterschiede, einige gute haben wir aber schon gefunden. Einen Haken hat die Geschichte allerdings. Die Chinesischen Restaurants sind nicht unbedingt auf Ausländer eingestellt, d.h. alle Gerichte in den Karten sind ausschließlich mit Chinesischen Zeichen beschrieben. Wenn man Glück hat, befinden sich Bilder bei manchen Gerichten, so dass man wenigsten erahnen kann, was man bestellt (auch wenn es dann meistens doch was anderes ist). Es kommt allerdings auch vor, dass man blind bestellt, also ohne Englische Beschreibung und Bild. So neulich geschehen. Kredenzt bekamen wir dann einen Topf (Hotpot) mit einen kompletten (wirklich kompletten) Ente in Brühe garniert mit Gemüse. Davon haben wir dann etwas weniger gegessen…
Man kann es allerdings auch ganz anders haben. Mein Lieblingsrestaurant hier in Peking ist ein Japaner: „Kagen“. Dort gibt es herrliches Teppanyaki. Teppanyaki ist die Geschichte, bei der man mit max. 8 Leuten zusammen in einem Separee sitzt und der Koch vor einem das komplette Menü zaubert. Dazu kommt dann noch ein bisschen Show mit seinem sagenhaft scharfen Messer und ab und an auch mal ein bisschen Feuer. Man kann es eigentlich schlecht beschreiben, es ist einfach sagenhaft. Das Ganze dauert schon mal gut 3 Std. und der Junge packt immer wieder neue leckere Sachen auf seine heiße Platte. Leider ist es nicht nur mein Lieblingsrestaurant. Auf den Trichter sind nämlich auch schon viele andere kommen, weshalb man so ein Separee 2-3 Tage vorher reservieren muss, um in den Genuss zu kommen. Dominik, wenn dir jetzt schon das Wasser im Mund zusammenläuft, halte noch ein bisschen durch, bald sitzen wir an dem Tisch zusammen mit „Ricky“, dem Koch mit dem flinken Messer.
Ich könnte Wetten, dass das 6 Gänge Menü in Deutschland mindestens 150€ pro Person kosten würde. Hier zahlt man dafür geschmeidige 25€, was für Peking schon die Spitze ist. Zumindest habe ich bis jetzt noch nicht teurer gegessen (und auch nicht besser).





Tuesday, November 07, 2006

Fortsetzung Golden Week:

Wie Donnerstagmorgen bin ich dann also mit der Fähre von Hongkong Island nach Macao gefahren. Die Fähre sah von außen schon sehr modern aus und von innen hatte man eigentlich kaum einen Unterschied zu einem Flugzeug gesehen: 3er Reihen, Sitze mit Sicherheitsgurten, Kotztüte im Sitz und „Flugbegleiterinnen“. Der Kutter war auch ziemlich schnell unterwegs. Macao gehört zwar noch zum Festland Chinas (ist ganz unten im Süden), ist aber genauso wie Hongkong ein Sonderverwaltungsgebiet. Bis 1999 war Macao Portugiesische Kolonie, was sich sehr stark bemerkbar macht. Hier trifft Asien auf das Europa. Die Architektur, das Flair und die Lebensqualität erinnert eher an Urlaube in Südeuropa.
Was Macao aber vor allem für die Chinesen so interessant macht, ist die Tatsache, dass Macao die einzige Region in China ist, in der Glückspiele offiziell erlaubt sind, was dazu führt, das es ein zweites Las Vegas ist. Eigentlich muss man sagen, dass es Las Vegas schon voraus ist, denn 2006 erzielten die Casinos dort zum ersten Mal höhere Umsätze, als die Casinos in Las Vegas. Was bei den 1,3 Mrd. spielverrückten Chinesen auch kein Wunder ist.
In Macao war ich bei Gaby einquartiert, die ich aus meiner Zeit bei HP und von der FH kenne. Sie und ihre WG Mitbewohner waren so nett, mich bei ihnen schlafen zu lassen. Auf dem Abendprogramm standen Essen gehen im kleinen portugiesischem Fischrestaurant aber danach natürlich auch „zocken“! Wir haben uns fein gemacht und uns für diesen Abend das Sands rausgesucht. Ein riesiges Teil. Überall Chinesen, die wie besessen ihr Glück beim Baccarat versuchen. Auch Live Musik und leicht bekleidete, tanzende Frauen waren für das Entertainment zuständig um die Spieler so lange wie möglich im Casino zu halten. Bei uns hat´s gewirkt. Wir tauschten unsere Macao Dollar gegen Chips um und haben uns einen schönen, viel versprechenden Black Jack Tisch rausgesucht. An dem saßen wir ca. 2 Std. – so lange halt, bis unsere Kohle verzockt war. Da wir unser Limit aber vorher schon gesetzt hatten, ist es nicht ausgeartet… Es gibt die unterschiedlichsten Tische. Von 10€ Mindesteinsatz pro Spiel bis 500€ Mindesteinsatz war alles dabei. Von den Separees, die wir nicht gesehen haben, mal ganz abgesehen.
Der zweite Abend war ähnlich dem ersten, nur das wir uns dieses Mal noch mehr auf das Rahmenprogramm konzentriert haben, als auf das Spielen.
Am Samstag bin ich dann direkt mit der Fähre von Macao zum Hongkonger Flughafen gefahren und von dort aus wieder zurück nach Beijing. Somit war die Golden Week auch schon rum. Beides, HK und Macao, sind absolut empfehlenswert.

Gordon