Hier vor Weihnachten noch die ein oder anderen Ereignisse geschildert: Vielleicht hattet ihr es in Deutschland von der Presse mitbekommen. Mercedes hat 36 seiner neuen E-Klassen auf die Reise von Paris nach Peking geschickt. Bei dieser Marketingaktion sollte zum einen gezeigt werden, wie zuverlässig und sprittsparend die Autos sind zum anderen wurde die Ankunft in Peking genau auf den Zeitpunkt geplant, an dem die Auto China, die größte Automesse Chinas, eröffnet wurde. Nach 28 Tagen und 13.600 KM Strecke, kam der Konvoi, der mit allen Begleitfahrzeugen aus über 60 PKWs und LKWs bestand in Peking an. Der Höhepunkt für uns war dabei die Ankunft und offizielles Ende der "Ralley" in unserem Werk. Am Tag der Ankunft wurde unsere Lagerhalle umgebaut und dekoriert, damit am Abend eine Feier mit "altbekannten" Leuten ;-) stattfinden kann. Hier ein Bericht von einem Spiegel Journalisten, den ich nicht schlecht fand und der auch an einigen Stellen sehr gut beschreibt, was wir hier im täglichen Leben erfahren. Was in dem Bericht natürlich nicht erwähnt wurde, ist dass 2 Praktikanten von BBDC (Daniel und ich) die allerletzte Etappe der Tour gefahren sind und somit erst das Kind ins Trockene gebracht haben. Es war ein schönes Gefühl, nach 4 Monaten Enthaltsamkeit endlich mal wieder ein Auto fahren zu dürfen. Das es dann gleich die E-Klassen waren, hat uns nicht weiter gestört.... Lest einfach den Spiegelbericht und guckt euch die Bilder an: SPIEGEL ONLINE - 20. November 2006, 17:29 URL: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,449174,00.html MERCEDES-LANGSTRECKENFAHRT PARIS-PEKING Durch das Reich der Mitte
Von Tom Grünweg
13.600 Kilometer sind eigentlich eine Kleinigkeit. Selbst wenn man die Strecke in 26 Tagen absolviert, sollte das für eine E-Klasse kein Problem sein - eigentlich. Nicht jedoch, wenn die Route von Paris nach Peking führt. SPIEGEL ONLINE fuhr die letzten Etappe mit.
Gut vier Wochen ist es jetzt her, als unterm Eiffelturm in Paris 36 nagelneue und auf Hochglanz polierte Mercedes-E-Klasse-Modelle zu einem Marathon aufbrachen, mit dem das Unternehmen Qualität und Komfort der Limousine sowie die Überlegenheit des Dieselmotors unter Beweis stellen wollte. Und genau 28 Tage und etwa 13.600 Kilometer später, kam der Tross - pünktlich zur Eröffnung der Messe "Auto China" - in Peking an.
Zwar sind die Autos staubig und ein paar Kratzer gibt es auch. Doch anders als bei der ersten Auflage dieser Zuverlässigkeitsfahrt, die 1907 in umgekehrter Richtung gestartet wurde, und Mercedes zu dieser Aktion inspirierte, gab es diesmal keinen Schwund. Mercedes-Chef Dieter Zetsche konnte alle 36 Modelle, die von der Polizei durch den dichten Verkehr im Zentrum der Millionenstadt zum Yongding-Gate geleitet wurden, am Ziel willkommen heißen.
Die insgesamt fünf Teiletappen von Westeuropa nach Ostasien waren beileibe nicht immer so leicht. Das erfuhr auch SPIEGEL ONLINE. Denn nachdem die Autos von Paris aus über Stuttgart, Berlin und Warschau ins Baltikum gefahren waren, ganz Russland durchquert und dort dem Wintereinbruch getrotzt hatten, über Kasachstan auf den Spuren der legendären Seidenstraße nach China kamen, übernahmen wir in Lanzhou den schwarz-rot-golden beklebten Wagen mit der Nummer 12 und fuhren die finale Etappe nach Peking selbst.
Die Autobahn wird mit Reisigbesen gefegt
Das Land fasziniert sozusagen im Vorbeifahren durch seine Widersprüche. Nur wenige Kilometer liegen hier zwischen Zukunft und Vergangenheit, zwischen Entwicklungsregion und Industrienation, zwischen dem Paradies und der Hölle auf Erden. Denn die Kontraste zwischen Stadt und Land, zwischen Provinz und Hauptstadt, zwischen Land- und Weltwirtschaft könnten größer kaum sein.
Indiz dafür sind die Straßen, insbesondere die Autobahn, die auf uns fast schon gespenstisch wirkt. Wer provisorisch geflickte Betonpisten und buckligen Asphalt erwartet, der sollte sein Vorurteil vom Schwellenland korrigieren. Denn der Highway, den wir zwischen Lanzhou und Peking die meiste Zeit benutzen, ist besser als die Strecke von Leverkusen nach Paderborn. Das Asphaltband ist breit und neu, schnurgerade und glatt wie ein Baby-Popo - und vor allem wird sie täglich von Hand gekehrt. Alle paar Kilometer läuft ein leuchtend rot gekleideter Arbeiter und schwingt einen riesigen Reisigbesen.
Gähnende Leere an den Raststätten - noch
Was die Reise besonders angenehm macht, ist die geringe Verkehrsdichte. Hier und da mal ein Laster, ein Überlandbus oder ein Chinese, der sich die Autobahngebühr von umgerechnet sechs Euro für 200 Kilometer leisten will. Sonst herrscht gähnende Leere und man sieht oft minutenlang kein anderes Fahrzeug. Doch das wird wohl nicht lange so bleiben. Die vielen riesigen, in weiser Voraussicht gebauten, aber noch immer menschenleeren Rast- und Tankanlagen auf dem Weg nach Peking zeigen, welche Massen die Regierung erwartet.
Uns bringen diese Zapfsäulen allerdings nichts: Noch ist die Treibstoffqualität so schlecht, dass die Katalysatoren der 320-CDI-Modelle und vor allem die drei Bluetec-Diesel der amerikanischen Teams auf der Stelle hinüber wären. Deshalb hatte Mercedes entlang der Strecke mehr als 20 streng bewachte Sprit-Container deponiert, eine mobile Tankstelle im Tross und auf den rund 14.000 Kilometern insgesamt weit über 100.000 Liter hochwertiges Dieselöl verzapft.
Eher kurz- als mittelfristig muss sich das allerdings ändern, glaubt Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber. "Nur mit dem Dieselmotor wird dieses Land eine Chance haben, den Energieaufwand für die wachsende Mobilität zu mäßigen." Damit die allerdings nicht so stinken wie die Lastwagen, die oft völlig in schwarzen Rauchschwaden verschwinden, müssten allerdings die Raffinerien umgerüstet werden. Dann könnte die europäische Autoindustrie auch saubere Motoren importieren.
Wüste Gobi, Gelber Fluss, Chinesische Mauer
Je näher man Peking kommt, desto dichter wird auch auf der Autobahn der Verkehr. Vor allem Lastwagen sind unterwegs, die mit Überholmanövern in Dreierreihe, kariösem Rostbefall und bis auf den Gürtel abgefahrenen Reifen für Furore sorgen. Sobald man jedoch die Autobahn verlässt, taucht man ein in eine andere Welt. Schmale Landstraßen führen durch Dörfer, in denen die Zeit scheinbar vor 80 Jahren stehen blieb. Schweine wühlen im Dreck, Traktor, Motorrikscha und Fahrrad sind die gängigsten Verkehrsmittel, und viele Bauern spannen noch Ochs' oder Esel vor den Karren.
Von der Straße ist auf diesen Passagen, die uns durch die Ausläufer der Wüste Gobi, entlang des Gelben Flusses und über die Hochebenen der inneren Mongolei führen, angesichts hüfthoher Bodenwellen, knietiefer Schlaglöcher und der Erosion im Teer oft nicht mehr viel zu erkennen. Vor allem, wenn es an Brückenbaustellen oft kilometerweit über Sand- und Schotterpisten geht, geben Allradantrieb und das höher gelegte Schlechtwegefahrwerk ein gutes Gefühl.
Vor solchen Geländetouren ist man auch kurz vor der Hauptstadt nicht gefeit. Obwohl hier die Autobahnen noch breiter sind und die Zivilisation uns längst wieder hat, müssen wir - eskortiert von der Polizei - noch einmal einen Ausritt ins Gelände machen, um einen 30 Kilometer langen Stau zu umfahren und noch vor Sonnenuntergang die chinesische Mauer zu erreichen.
Ein Durchschnittsverbrauch von gut acht Liter Diesel
Ach ja, bevor es zwischen den vielen Eindrücken untergeht: Was Mercedes mit der Tour eigentlich beweisen wollte, haben die Schwaben auch geschafft: Die 36 Autos haben sich auf den zusammen rund 400.000 Kilometern mit einem Durchschnittsverbrauch von wenig mehr als acht Litern als relativ sparsam erwiesen und die Strapazen gut überstanden. Zwar blieben ein paar Spiegel auf der Strecke, einige Frontscheiben mussten gewechselt, rund 30 Reifen getauscht und auch einige Kotflügel ersetzt werden. Doch davon abgesehen, würden die Autos in Peking sicher noch als prima Gebrauchte weggehen - allemal wenn sie frisch poliert wären.
Nur eine Panne wurmt die Schwaben mächtig. Der elektronische Zähler, der im E-Klasse-Taxi seit Paris munter die Euros summiert hatte, vollführte auf halber Strecke automatisch ein Reset und löschte alle Daten. Zwar haben die Organisatoren mitgeschrieben und insgesamt 19.960 Euro protokolliert. Doch eine echte Rechnung gibt es leider nicht. Macht nichts: Den diese Quittung hätte sowieso niemand den Damen an der Spesenkasse erklären können.

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