Monday, January 08, 2007

Um noch einmal zu zeigen, dass Peking auch wirklich Gutes und Schönes zu bieten hat, hier noch ein paar Bilder













So langsam wird es mal wieder Zeit für einen neuen Bericht. Zumal es nicht mehr viele dieser Art geben wird. Grund dafür ist, dass die Zeit hier in Peking für Gordon so langsam abgelaufen ist. Die letzten 3 Wochen im "Reich der Mitte", wie sich China selber nennt, sind angebrochen. Am 26.01. geht der Flieger zurück in die Heimat. Bis dahin heisst es noch alle restlichen Souvenirs kaufen und noch mal all die Dinge erledigen, die zu erledigen sind. Also noch ein paar mal zur chinesischen Körpermassage, bei der man das Gefühl hat, von kleinen chinesischen Fingerchen maltretiert zu werden. Noch mal in die ausgewählten Restaurants gehen, die sich in den letzten Monaten als die besten herausgestellt haben. Noch ein letztes Mal beim Schneider vorbeischauen und vielleicht doch noch ein Hemd anfertigen zu lassen und natürlich noch den ein oder anderen Mojito mit meinen Praktikantenkollegen zu genießen. Da ich schon beim Herflug um Juli mit 22Kg Gepäck die zugelassene Grenze von 20Kg überschritten habe und hier mindestens noch mal genau so viel gekauft habe, werde ich nicht drum rum kommen ein riesiges Paket bei der Post aufzugeben. Davor graut es mir jetzt schon ein wenig. Bei der Chinesischen Post geht es zu wie bei Asterix und Obelix bei den Römern. Man muss von einer Stelle zur anderen und sich überall einen Stempel holen lassen und ohne den Stempel von dieser Person bekommt man auch leider nicht den Stempel von der nächsten und so weiter und so fort... Hinzu kommt noch, dass wir nicht unbedingt gute Erfahrungen mit der Post hier gemacht haben. Zum einen kamen Weihnachtspakete von Deutschland oder nach Deutschland nicht an und in manchen Fällen wurden aus den Paketen einfach mal ein paar Sachen (auf Kinder Schokobons scheinen die richtig zu stehen) rausgenommen und "vertilgt". Aber es bleibt nichts anderes übrig, es wird schon schief gehen... Ansonsten freue ich mich wieder nach hause zu gehen. Überflüssig zu sagen, dass ich natürlich Vreni, Familie und Freunde vermisse. Das halbe Jahr hat wirklich Spaß gemacht. Die Arbeit, die Leute und das Reisen waren echt spitze, aber nach 6 Monaten hat man genug gesehen und in der Firma ist auch so etwas wie Alltag eingetreten, was ein gutes Zeichen ist, wieder nach Deutschland zu gehen. Zumal ich mich auch an ein dauerhaftes Leben hier nur sehr schwer gewöhnen könnte. Für einen begrenzten Zeitraum ist es echt herrlich, aber sich für einen richtig langen Zeitraum hier niederzulassen, dafür muss man schon sehr tolerant sein und auch auf europäische Lebensqualität verzichten können. Die Lebensqualität wird zum einen aufgrund der fehlenden Gemütlichkeit in chinesichen Bars oder Restaurants eingeschränkt, der größte Knackpunkt ist aber einfach die schlechte Qualität der Luft, mit der man hier zu kämpfen hat, welche von den vielen Kohlewerken aber auch von dem imensen Verkehrsaufkommen verursacht wird. Das Bild weiter unten ist kein Extremfall, so oder so ähnlich sieht es hier leider sehr häufig aus. Im Moment haben wir allerdings Glück. Seit ein paar Tagen hintereinander sind der blaue Himmel und die Sonne zu sehen und man hat das Gefühl frei durchatmen zu können. Bei den Verhältnissen, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, hat man manchmal echt keine Lust Luft zu holen. Desweiteren muss man natürlich mit dem Chinesen an sich klar kommen. Es ist einfach mal ein eigenes Volk mit seinen eigenen Sitten, das bekommt man täglich mehrmals zu spüren. Das auf den Boden Spucken, und das nicht nur draußen sondern auch im Restaurant, im Kaufhaus oder im Flugzeug, oder das ständige Schuppsen und Vordrängeln scheinen hier Volkssportart zu sein. Zumindest Letzteres kann ich einigermaßen verstehen. Bei 1,3 Mrd. Menschen muss nunmal jeder nach sich gucken, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Ich muss aber auch fairerweise sagen, dass ich nur über die Hauptstädter sprechen kann. Man kann nicht über die Chinesen an sich urteilen, dafür sind das Land und die Unterschiede innerhalb Chinas einfach zu groß. Das wäre wie wenn man über den Europäer im Allgemeinen urteilt. Das ich aber mit meiner Sichtweise nicht ganz alleine bin, zeigen nicht nur die Meinungen meiner Praktikantenkollegen, sondern auch diverse Berichte wie den unten aufgeführten aus dem SPIEGEL. An dem Bericht ist mehr Wahrheit, als man glauben möchte. Das Alles ist aber wie gesagt halb so wild. Da ich vorher noch nie in China war, bin ich ohne jegliche Erwartungen hergekommen und konnte somit auch nicht enttäuscht werden. Wie gesagt, dass die Chinesen keine Europäer sind, weiß jeder (dafür muss ich wohl 5€ ins Phrasenschwein werfen...). Alles in Allem überwiegen meine positiven Erlebnisse auf jeden Fall den "negativen" (es gab eigentlich keine negativen Erlebnisse, sondern eher Eindrücke)! Das Land an sich ist sehr sehenswert. Eine Chinarundreise lohnt sich auf jeden Fall, aber dann bitte nicht nur die "Hauptanziehungspunkte" angucken, sondern auch ruhig mal links und rechts von der Hauptstraße gucken. Dort herrscht in jeder Stadt noch das Leben, wie vor einigen Jahrzenten. Jedem, der vor der Entscheidung steht herzukommen, kann ich nur empfehlen dies zu tun, so lange es zeitlich begrenzt ist und man nicht umbedingt davon ausgeht, dass die Chinesen so sind, wie man sie aus Filmen und Berichten kennt. Was die Chinesen uns in Sachen Lebensqualität auf jeden Fall voraus haben, sind die zahlreichen Massageangebote in jeder Straße. Am Wochenende oder nach Feierabend mal durchkneten lassen ist einfach was Feines. Das halbe Jahr in Peking war sehr aufrgend und wenn man die Adressen kennt, wo man gut einkaufen kann, wo man auch mal gemütlich was trinken kann und wo man sehr gut sehr günstig essen gehen kann, dann lässt es sich hier sehr gut aushalten. Vor allem auch da wir hier 45 Praktikanten bei Mercedes sind und noch einige andere von anderen Deutschen Firmen kennen gelernt haben, wurde es nie langweilig. Jetzt genieße ich hier noch die letzten 3 Wochen und freue mich dann euch zuhause, an der FH, im Büro, auf dem Sportplatz oder sonst wo wieder zu sehen. So und jetzt hier noch die Bilder und den Bericht aus dem Spiegel von 03.01.2007:




SPIEGEL online - 03.07.2007 Spucken, drängeln, höhnen: Die Einwohner Pekings sind für ihre schlechten Manieren berüchtigt. Weil alle Appelle für besseres Benehmen nicht fruchten, greifen die Behörden jetzt zu schärferen Mitteln: Mit Blick auf Olympia 2008 stellen sie rüpelhaftes Verhalten unter Strafe.
Hamburg - Nicht mal mehr zwei Jahre bleiben bis zum Beginn der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking. Die chinesische Hauptstadt, aber auch das ganze Reich der Mitte erhofft sich von dem Sportspektakel weitere Wirtschaftsimpulse - und vor allem ein besseres Ansehen in der Welt. Deshalb versuchen die Behörden in der 15-Millionen-Stadt mit fast schon missionarischem Eifer, ihren Bürgern mehr Anstand in der Öffentlichkeit beizubringen. Bislang sind Rempeln an Bushaltestellen, Ausspucken auf der Straße oder unfreundliche Behandlung von Kunden in Geschäften gang und gäbe - Umgangsformen also, die von westlichen und anderen Olympia-Besuchern nicht goutiert werden dürften.
Spucken verboten: Peking will die Manieren seiner Bürger verbessern
Bereits im vergangenen März hatte die Stadtverwaltung eine zwei Millionen Euro schwere Kampagne zur "Zivilisierung" der Pekinger Einwohner gestartet: An den größeren Hauptstraßen ließ sie Mülleimer aufstellen, zudem sollten Tausende von Spuckbeuteln unters Volk gebracht werden. Eine in Millionenauflage gedruckte Knigge-Broschüre informierte darüber, wie man "korrekt" in diese Papiertüten zu speien habe. Weitere goldene Regeln in dem Leitfaden: Kunden in Läden und Kaufhäusern seien respektvoll zu behandeln und bei Restaurantbesuchen gewisse Tischsitten einzuhalten. Lautes Schlürfen geißelten die Sittenwächter ebenso als unschicklich wie demonstratives Rülpsen.
Doch der Erfolg dieser groß angelegten Erziehungskampagne will sich nicht recht einstellen. Das schlechte Benehmen scheint stärker zu sein als die Obrigkeit.
Verboten: Ungeduld, Geringschätzung, höhnische Kommentare
Wie sonst wäre die neueste Verlautbarung aus dem Pekinger Beamtenapparat zu verstehen? Per Gesetz ist es allen Ladenbesitzern und -angestellten in der Metropole ab dem 1. Februar offiziell und höchstamtlich verboten, ihre Kunden schlecht zu behandeln. So berichtet es die Online-Ausgabe der "Los Angeles Times". Wer also seinem im hektischen Alltag aufgestauten Ärger Luft macht, indem er Kunden anblafft oder schlicht ignoriert, riskiert künftig ein Bußgeld. Ebenfalls auf der Verbotsliste: Ungeduld, Geringschätzung, ungenaue Auskünfte, höhnische Kommentare und, ja, auch das Festhalten oder Stupsen von Passanten, um sie zum Einkauf zu "animieren".
"Diese uralte Stadt hat Einwohner hervorgebracht, die für ihre Großzügigkeit bekannt sind - aber sie hat unter den Pekingern auch eine Tradition der Ignoranz befördert, die sich im Dienstleistungssektor niederschlägt", zitiert die "L.A. Times" den "China News Service". Beschwerden über den miserablen Service in Pekings Geschäften und Restaurants seien überall im Internet zu finden. Tatsächlich häufen sich in Online-Reiseforen wie "Asiapolis" oder "east goes west" Klagen über das rüpelhafte Benehmen der Einwohner Pekings, aber auch anderer chinesischer Städte. Wie genau die neuen Vorschriften durchgesetzt werden sollen oder wie hoch das Bußgeld für all jene ausfallen wird, die sich nicht an den Knigge-Kodex halten, haben die Behörden bislang nicht mitzuteilen geruht. Das räumt den Verdacht, dass es sich bei der ganzen Aktion eher um eine neuerliche Marketingkampagne denn um eine wohldurchdachte Aktion handelt, nicht unbedingt aus.
Wie auch immer: Spätestens am 8. August 2008 werden wir wissen, ob die Bürger der chinesischen Hauptstadt ihre Umgangsformen aufpoliert haben. Dann werden Tausende von Besuchern aus aller Welt zur Eröffnung der Olympischen Spiele erwartet - und sicher ganz genau hinschauen.

Tuesday, January 02, 2007

EINEN GUTEN START INS NEUE JAHR
WÜNSCHEN EUCH DOMINIK & GORDON!!!










Thursday, December 21, 2006

Noch ein paar Bilder von der Ankunft der Paris - Peking Tour und der Feier in unserem Lager:






Hier vor Weihnachten noch die ein oder anderen Ereignisse geschildert: Vielleicht hattet ihr es in Deutschland von der Presse mitbekommen. Mercedes hat 36 seiner neuen E-Klassen auf die Reise von Paris nach Peking geschickt. Bei dieser Marketingaktion sollte zum einen gezeigt werden, wie zuverlässig und sprittsparend die Autos sind zum anderen wurde die Ankunft in Peking genau auf den Zeitpunkt geplant, an dem die Auto China, die größte Automesse Chinas, eröffnet wurde. Nach 28 Tagen und 13.600 KM Strecke, kam der Konvoi, der mit allen Begleitfahrzeugen aus über 60 PKWs und LKWs bestand in Peking an. Der Höhepunkt für uns war dabei die Ankunft und offizielles Ende der "Ralley" in unserem Werk. Am Tag der Ankunft wurde unsere Lagerhalle umgebaut und dekoriert, damit am Abend eine Feier mit "altbekannten" Leuten ;-) stattfinden kann. Hier ein Bericht von einem Spiegel Journalisten, den ich nicht schlecht fand und der auch an einigen Stellen sehr gut beschreibt, was wir hier im täglichen Leben erfahren. Was in dem Bericht natürlich nicht erwähnt wurde, ist dass 2 Praktikanten von BBDC (Daniel und ich) die allerletzte Etappe der Tour gefahren sind und somit erst das Kind ins Trockene gebracht haben. Es war ein schönes Gefühl, nach 4 Monaten Enthaltsamkeit endlich mal wieder ein Auto fahren zu dürfen. Das es dann gleich die E-Klassen waren, hat uns nicht weiter gestört.... Lest einfach den Spiegelbericht und guckt euch die Bilder an: SPIEGEL ONLINE - 20. November 2006, 17:29 URL: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,449174,00.html MERCEDES-LANGSTRECKENFAHRT PARIS-PEKING Durch das Reich der Mitte
Von Tom Grünweg
13.600 Kilometer sind eigentlich eine Kleinigkeit. Selbst wenn man die Strecke in 26 Tagen absolviert, sollte das für eine E-Klasse kein Problem sein - eigentlich. Nicht jedoch, wenn die Route von Paris nach Peking führt. SPIEGEL ONLINE fuhr die letzten Etappe mit.
Gut vier Wochen ist es jetzt her, als unterm Eiffelturm in Paris 36 nagelneue und auf Hochglanz polierte Mercedes-E-Klasse-Modelle zu einem Marathon aufbrachen, mit dem das Unternehmen Qualität und Komfort der Limousine sowie die Überlegenheit des Dieselmotors unter Beweis stellen wollte. Und genau 28 Tage und etwa 13.600 Kilometer später, kam der Tross - pünktlich zur Eröffnung der Messe "Auto China" - in Peking an.
Zwar sind die Autos staubig und ein paar Kratzer gibt es auch. Doch anders als bei der ersten Auflage dieser Zuverlässigkeitsfahrt, die 1907 in umgekehrter Richtung gestartet wurde, und Mercedes zu dieser Aktion inspirierte, gab es diesmal keinen Schwund. Mercedes-Chef Dieter Zetsche konnte alle 36 Modelle, die von der Polizei durch den dichten Verkehr im Zentrum der Millionenstadt zum Yongding-Gate geleitet wurden, am Ziel willkommen heißen.
Die insgesamt fünf Teiletappen von Westeuropa nach Ostasien waren beileibe nicht immer so leicht. Das erfuhr auch SPIEGEL ONLINE. Denn nachdem die Autos von Paris aus über Stuttgart, Berlin und Warschau ins Baltikum gefahren waren, ganz Russland durchquert und dort dem Wintereinbruch getrotzt hatten, über Kasachstan auf den Spuren der legendären Seidenstraße nach China kamen, übernahmen wir in Lanzhou den schwarz-rot-golden beklebten Wagen mit der Nummer 12 und fuhren die finale Etappe nach Peking selbst.
Die Autobahn wird mit Reisigbesen gefegt
Das Land fasziniert sozusagen im Vorbeifahren durch seine Widersprüche. Nur wenige Kilometer liegen hier zwischen Zukunft und Vergangenheit, zwischen Entwicklungsregion und Industrienation, zwischen dem Paradies und der Hölle auf Erden. Denn die Kontraste zwischen Stadt und Land, zwischen Provinz und Hauptstadt, zwischen Land- und Weltwirtschaft könnten größer kaum sein.
Indiz dafür sind die Straßen, insbesondere die Autobahn, die auf uns fast schon gespenstisch wirkt. Wer provisorisch geflickte Betonpisten und buckligen Asphalt erwartet, der sollte sein Vorurteil vom Schwellenland korrigieren. Denn der Highway, den wir zwischen Lanzhou und Peking die meiste Zeit benutzen, ist besser als die Strecke von Leverkusen nach Paderborn. Das Asphaltband ist breit und neu, schnurgerade und glatt wie ein Baby-Popo - und vor allem wird sie täglich von Hand gekehrt. Alle paar Kilometer läuft ein leuchtend rot gekleideter Arbeiter und schwingt einen riesigen Reisigbesen.
Gähnende Leere an den Raststätten - noch
Was die Reise besonders angenehm macht, ist die geringe Verkehrsdichte. Hier und da mal ein Laster, ein Überlandbus oder ein Chinese, der sich die Autobahngebühr von umgerechnet sechs Euro für 200 Kilometer leisten will. Sonst herrscht gähnende Leere und man sieht oft minutenlang kein anderes Fahrzeug. Doch das wird wohl nicht lange so bleiben. Die vielen riesigen, in weiser Voraussicht gebauten, aber noch immer menschenleeren Rast- und Tankanlagen auf dem Weg nach Peking zeigen, welche Massen die Regierung erwartet.
Uns bringen diese Zapfsäulen allerdings nichts: Noch ist die Treibstoffqualität so schlecht, dass die Katalysatoren der 320-CDI-Modelle und vor allem die drei Bluetec-Diesel der amerikanischen Teams auf der Stelle hinüber wären. Deshalb hatte Mercedes entlang der Strecke mehr als 20 streng bewachte Sprit-Container deponiert, eine mobile Tankstelle im Tross und auf den rund 14.000 Kilometern insgesamt weit über 100.000 Liter hochwertiges Dieselöl verzapft.
Eher kurz- als mittelfristig muss sich das allerdings ändern, glaubt Mercedes-Entwicklungschef Thomas Weber. "Nur mit dem Dieselmotor wird dieses Land eine Chance haben, den Energieaufwand für die wachsende Mobilität zu mäßigen." Damit die allerdings nicht so stinken wie die Lastwagen, die oft völlig in schwarzen Rauchschwaden verschwinden, müssten allerdings die Raffinerien umgerüstet werden. Dann könnte die europäische Autoindustrie auch saubere Motoren importieren.
Wüste Gobi, Gelber Fluss, Chinesische Mauer
Je näher man Peking kommt, desto dichter wird auch auf der Autobahn der Verkehr. Vor allem Lastwagen sind unterwegs, die mit Überholmanövern in Dreierreihe, kariösem Rostbefall und bis auf den Gürtel abgefahrenen Reifen für Furore sorgen. Sobald man jedoch die Autobahn verlässt, taucht man ein in eine andere Welt. Schmale Landstraßen führen durch Dörfer, in denen die Zeit scheinbar vor 80 Jahren stehen blieb. Schweine wühlen im Dreck, Traktor, Motorrikscha und Fahrrad sind die gängigsten Verkehrsmittel, und viele Bauern spannen noch Ochs' oder Esel vor den Karren.
Von der Straße ist auf diesen Passagen, die uns durch die Ausläufer der Wüste Gobi, entlang des Gelben Flusses und über die Hochebenen der inneren Mongolei führen, angesichts hüfthoher Bodenwellen, knietiefer Schlaglöcher und der Erosion im Teer oft nicht mehr viel zu erkennen. Vor allem, wenn es an Brückenbaustellen oft kilometerweit über Sand- und Schotterpisten geht, geben Allradantrieb und das höher gelegte Schlechtwegefahrwerk ein gutes Gefühl.
Vor solchen Geländetouren ist man auch kurz vor der Hauptstadt nicht gefeit. Obwohl hier die Autobahnen noch breiter sind und die Zivilisation uns längst wieder hat, müssen wir - eskortiert von der Polizei - noch einmal einen Ausritt ins Gelände machen, um einen 30 Kilometer langen Stau zu umfahren und noch vor Sonnenuntergang die chinesische Mauer zu erreichen.
Ein Durchschnittsverbrauch von gut acht Liter Diesel
Ach ja, bevor es zwischen den vielen Eindrücken untergeht: Was Mercedes mit der Tour eigentlich beweisen wollte, haben die Schwaben auch geschafft: Die 36 Autos haben sich auf den zusammen rund 400.000 Kilometern mit einem Durchschnittsverbrauch von wenig mehr als acht Litern als relativ sparsam erwiesen und die Strapazen gut überstanden. Zwar blieben ein paar Spiegel auf der Strecke, einige Frontscheiben mussten gewechselt, rund 30 Reifen getauscht und auch einige Kotflügel ersetzt werden. Doch davon abgesehen, würden die Autos in Peking sicher noch als prima Gebrauchte weggehen - allemal wenn sie frisch poliert wären.
Nur eine Panne wurmt die Schwaben mächtig. Der elektronische Zähler, der im E-Klasse-Taxi seit Paris munter die Euros summiert hatte, vollführte auf halber Strecke automatisch ein Reset und löschte alle Daten. Zwar haben die Organisatoren mitgeschrieben und insgesamt 19.960 Euro protokolliert. Doch eine echte Rechnung gibt es leider nicht. Macht nichts: Den diese Quittung hätte sowieso niemand den Damen an der Spesenkasse erklären können.







Monday, November 27, 2006

Ab und zu machen wir aber auch ganz seriöse Sachen am Wochenende. So wie vor 2 Wochen. Das Kempinski Hotel Peking lud zum Deutschen Ball ein.
Einige Wochen vorher wurde nach kurzer Absprache morgens im Bus entschieden uns fein rauszuputzen und auch dort sehen zu lassen. Die Karten waren nicht günstig,
aber dafür wurde auch einiges geboten. Ein sehr gutes 5 Gänge Menu, jede Menge Abendprogramm mit Deutschen Künstlern und Komikern aus Funk und Fernsehen und eine sehr ausdauernde Live Band, die bis in die Morgenstunden einen Klassiker nach dem anderen anstimmte. An einen Ball hat es nach dem offiziellen Teil, dem Menu und des ersten Runden Paulaner Weißbier nicht mehr so wirklich erinnert. Das störte uns aber überhaupt nicht.
Auch wenn wir den Altersdurchschnitt etwas gedrückt haben, hatten wir einen riesigen Spaß und verließen das Kempinski so gegen 5.30 Uhr, als es schon langsam hell wurde…







Ein ganz normales Wochenende in Peking…

Hier mal eine kleine Idee von dem, was wir an den Wochenenden so erleben:

Da wir hier mittlerweile insgesamt 45 Praktikanten bei DaimlerChrysler sind, gibt es jedes Wochenende einen Anlass zum Feiern.
Letztes Mal war es die Abschiedsparty unseres Chinesischen Praktikanten Yunfai, der in Berlin studiert.
Erst haben wir uns richtig den Bauch voll geschlagen, um dann im Anschluss in eines der unzähligen Karaokecenter zu zeigen, was wir können.
Bisher konnte ich mich ja erfolgreich um die Karaokeabende drücken, aber diesmal gab es keinen Ausweg. Uns Deutschen war allen nicht so wohl bei dem Gedanken, gleich in die Rollen von Madonna, Frank Sinatra und Guns´n Roses zu wechseln. 30 Minuten und ca. 3 Fässer Bier später sah die Sache aber schon ganz anders aus, da musste man dann schon darum kämpfen, um auch mal wieder das Mikrofon abzubekommen. Wenn alle gleich schlecht singen, ist es halb so schlimm.
Die Chinesen sind echt verrückt nach Karaoke! Es gibt mindestens genau so viele Hobbysänger-Center, wie Massagesalons und das heißt schon einiges. Die Center sind meistens 4-5-stöckig, mit mindestens 20 Zimmer pro Stock. Und das Schärfste ist: Wenn man nicht vorher reserviert, bekommt man nicht mal eins davon, weil alle ausgebucht sind.
Wie auch immer, nachdem wir uns schön heiser gesungen hatten, ging es weiter in diverse Bars und Diskotheken. Dies ist auch etwas anders, als zuhause. Für Drinks wie Bacardi-Cola, Wodka-Orange oder Gin-Tonic zahlt man hier selten mehr als 1 EURO…

So weit mal ein kleiner Einblick in unsere Wochenendaktivitäten.

Gordon



Ich komme irgendwie gar nicht mit dem Schreiben hinterher…

Hier ein wirklich kurzer Bericht und noch mal ein paar Bilder über meinen Zweiten Trip nach Shanghai. Dieser war eher von der kurzfristigen Sorte. Donnerstags haben wir (Kai, Peter und ich) uns überlegt übers Wochenende noch mal kurz nach Shanghai zu düsen. Hier wurde es langsam kalt und ungemütlich. Die Wettervorhersage für Shanghai prophezeite 25 Grad und Sonnenschein. Ein Ticket Peking-Shanghai-Peking kostet 100€. Das Hotelzimmer, im selben Hotel wie beim letzten Mal, kostete uns weitere 10€ pro Person. Samstagmorgen um 7 Uhr ging es los zum Flughafen. Um 10 Uhr waren wir im Hotel und eine weitere halbe Stunde später fanden wir uns schon im Paulaner Biergarten zum Deutschen Frühstück ein. Das Paulaner hat mit Abstand das beste Stückchen Land in Shanghai für sich. Kein Wunder also, dass wir dort fast 3 Stunden in der Sonne saßen. Gut gesättigt und etwas gebräunt schlenderten wir dann durch die Stadt. Unter anderem auch noch mal hinauf auf den TV Tower. Abends gingen wir essen, danach in die Barbarossa (die chillingste Bar in Shanghai), dann weiter auf den Jin Mao Tower (der mit der höchsten Cocktailbar der Welt) und danach richtig auf die Piste. Und nun ratet mal…
…am nächsten Morgen haben wir uns dabei ertappt, wie wir schon wieder im Paulaner unter dem Sonnenschirm saßen und ein Frühstücksweizen zu unserem Essen tranken. Und weil es so schön war saßen wir dort auch bis wir uns langsam auf den Weg zum Flughafen machen mussten. So langsam war das aber gar nicht, da wir wieder mit dem Transrapid gefahren sind, der mit einer Spitzengeschwindigkeit von 431 Km/h in 8 Minuten die 30 Km zum Flughafen zurücklegt.
Sonntagabend waren wir dann schon wieder in Peking und Montagmorgen frisch unter munter im Büro…

Das war Shanghai die Zweite





Monday, November 20, 2006

Letzte Woche waren Jörg und Chris bei mir zu Besuch in Peking.

Wer fleißig meine Berichte liest, weiß, dass die beiden gerade ein Semester in Hongkong „studieren“ und ich sie in der Golden Week dort besucht habe.
Natürlich wollte ich mich revanchieren und ihnen auch ein bisschen was von dem richtigen China zeigen, wovon die beiden in Hongkong nicht wirklich viel mitbekommen.
Wir hatten ein paar lustige Tage. Die 2 hatten einen Ausflug zur Mauer und in die Chinesische Stadt. Natürlich haben wir es uns auch gut gehen lassen. Am Wochenende sind wir nach dem Aufstehen erstmal in Grandma´s Kitchen zum Katerfrühstück gegangen. Von dort aus sind wir dann zum Schneider, bei dem die Jungs richtig zugeschlagen hatten. Hier in Peking ist es halt doch noch ein paar EURO günstiger, als in HK. Völlig erschöpft sind wir dann erstmal eine Runde in einen unserer Pools und haben kurz alle Viere von uns gestreckt, bevor es abends erst wieder zum Essen ging und dann richtig auf die Piste. Für eine Massage zwischendrin hat die Zeit zwar nicht gereicht, aber ein Bild möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten. Wir versuchen hier regelmäßig zur Massage zu gehen – nicht nur wegen den hübschen Klamotten, die man dort bekommt…

Gordon






Tuesday, November 14, 2006

Mit dem Nachtzug nach Xi´An:

Jetzt ist es auch schon wieder 3 Wochen her, dass ich zusammen mit Fabian und Daniel nach Xi´An gefahren bin. Hier also nun nachgereicht der Bericht von einem spontanen Trip in die 1200 Km entfernte Stadt. Xi´An (= westlicher Frieden) war bis zum Jahr 1368 1120 Jahre lang die erste Hauptstadt Chinas.
Während der Woche hatten wir uns spontan darauf geeinigt, über das Wochenende nach Xi´An zu fahren. Entfernungen sind hier in China irgendwie anders definiert. Einen Trip von insgesamt fast 2500 Km macht man eigentlich nicht nur wegen einem Tag, aber hier geht das schon mal. Den Nachtzügen sei dank. Die Dinger sind echt praktisch. Wir haben am Freitag nach Feierabend kurz ein paar Klamotten in den Rucksack geworfen und sind dann ab zum Bahnhof gefahren. Wir hatten Karten für ein 4er Abteil im Schlafwagon. Die Abteile erfüllen ihren Zweck vollkommen. Ziemlich gemütliche Betten mit, wie soll es ich China auch anders sein, einem eigenen Fernsehbildschirm für jedes Bett.
Wir haben es uns richtig gemütlich gemacht in unserem Abteil, noch das ein oder andere Bier getrunken und dann bestens geschlafen. Wenn man dann morgens aufwacht, ist man auch schon da. Man hat nicht gemerkt, dass der Zug die ganze Nacht gefahren ist. In jedem Wagon gibt es auch einen Waschraum, in dem man sich frisch für den Tag machen kann. Am Samstagmorgen waren wir also so gegen 7.30h am Bahnhof in Xi´An. Natürlich sind wir keine Anfänger uns hatten uns vorher genau darüber informiert, was man hier machen/angucken sollte, was man könnte und was man auch ruhig sein lassen kann. Aufgrund der beschränkten Zeit (Der Zug ging am gleichen Abend wieder zurück) haben wir uns also auf die Dinge konzentriert, die man gesehen haben muss. Dazu gehören zum einen die Stadtmauer von Xi´An und die Terrakottaarmee, für die Stadt in der ganzen Welt bekannt ist. Also sind wir zuerst zur Mauer, die direkt vom Bahnhof aus zu Fuß zu erreichen war. Auf der Mauer hatten wir uns Fahrräder (natürlich Fahrräder, wir sind ja in China) gemietet und sind ein Mal auf der Mauer um den ganzen Stadtkern gefahren. Die Stadt hat ungefähr 7 Mio. Einwohner, wovon 4 Mio. innerhalb der Stadtmauer leben. Unsere Fahrradtour am frühen Morgen war ca. 13 Km lang. Von da oben hatte man einen sehr guten Überblick über die Stadt. In jedem angrenzenden Park waren schon früh morgens viele ältere Leute dabei ihren morgendlichen Übungen durchzuführen. Da wird schon mal zusammen getanzt, sich ausgiebig gedehnt oder auch das Gleichgewicht trainiert bzw. mit sich selber in Einklang gebracht. Da wir uns natürlich Zeit gelassen hatten und auch noch auf der Mauer gefrühstückt haben, waren wir dann so gegen 11 Uhr wieder unten. Von dort aus haben wir uns dann einen Fahrer genommen, der uns zu den Terrakottakriegern fahren sollte.

Hier einige Infos über die Krieger:
Die 1974 von Landarbeitern bei Xi’an entdeckte Grabstätte des Kaisers Qin Shihuangdi ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits im Alter von 13 Jahren (246 v. Chr.), kurz nach seiner Thronbesteigung, ließ der Kaiser mit dem Bau seiner Grabstätte beginnen. Während der 36 Jahre dauernden Arbeiten waren bis zu 70.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Auf einem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal wurde eine Grabkammer, geschützt von einer Armee lebensgroßer Tonsoldaten, der Tonsoldatenarmee (Terrakottaarmee), errichtet. Im Alter von 49 Jahren starb Qin Shihuangdi während einer Inspektionsreise in die Provinz, und wurde in seiner Grabkammer beigesetzt. Anders als die Grabstätte von Qin Shihuangdi wurden die Tonsoldaten in keiner der zeitgenössischen oder späteren Aufzeichnungen erwähnt. Ihre Entdeckung war deshalb selbst für die Fachwelt eine Sensation. Bisher wurden mehr als 3000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen ausgegraben und restauriert, geschätzte weitere 5000 Figuren sind noch im Erdreich verborgen.

Nach der Besichtigung der Armee haben wir uns wieder zurück in die Stadt fahren lassen, sind dort noch ein bisschen rumgeschlendert, haben etwas gegessen und sind dann wieder Richtung Bahnhof, denn unser Zug ging um 21h wieder zurück nach Beijing.
Das war dann also der Samstag. Am Sonntagmorgen waren wir wieder pünktlich um 7h in Beijing und hatten prächtiges Wetter. Ins Bett brauchten wir nicht mehr, da wir wieder richtig gut im Zug geschlafen hatten.

Viele Grüße
Gordon






Friday, November 10, 2006

Bevor ich den Bericht über unser Wochenende in Xi´An schreibe, wollte ich zwischendrin mal einen kulinarischen Beitrag zukommen lassen.
Wie ja schon des Öfteren erwähnt, kann man hier sehr gut und im Verhältnis zu Deutschland auch sehr günstig essen gehen, was wir auch mehrmals die Woche machen. Es gibt hier alle Küchen der Welt. Am häufigsten kommen natürlich die Chinesischen Restaurants vor, bei denen man sich mit 10 Leuten schon für 10€ richtig die Plauze voll schlagen kann. Hier gibt es natürlich auch qualitative Unterschiede, einige gute haben wir aber schon gefunden. Einen Haken hat die Geschichte allerdings. Die Chinesischen Restaurants sind nicht unbedingt auf Ausländer eingestellt, d.h. alle Gerichte in den Karten sind ausschließlich mit Chinesischen Zeichen beschrieben. Wenn man Glück hat, befinden sich Bilder bei manchen Gerichten, so dass man wenigsten erahnen kann, was man bestellt (auch wenn es dann meistens doch was anderes ist). Es kommt allerdings auch vor, dass man blind bestellt, also ohne Englische Beschreibung und Bild. So neulich geschehen. Kredenzt bekamen wir dann einen Topf (Hotpot) mit einen kompletten (wirklich kompletten) Ente in Brühe garniert mit Gemüse. Davon haben wir dann etwas weniger gegessen…
Man kann es allerdings auch ganz anders haben. Mein Lieblingsrestaurant hier in Peking ist ein Japaner: „Kagen“. Dort gibt es herrliches Teppanyaki. Teppanyaki ist die Geschichte, bei der man mit max. 8 Leuten zusammen in einem Separee sitzt und der Koch vor einem das komplette Menü zaubert. Dazu kommt dann noch ein bisschen Show mit seinem sagenhaft scharfen Messer und ab und an auch mal ein bisschen Feuer. Man kann es eigentlich schlecht beschreiben, es ist einfach sagenhaft. Das Ganze dauert schon mal gut 3 Std. und der Junge packt immer wieder neue leckere Sachen auf seine heiße Platte. Leider ist es nicht nur mein Lieblingsrestaurant. Auf den Trichter sind nämlich auch schon viele andere kommen, weshalb man so ein Separee 2-3 Tage vorher reservieren muss, um in den Genuss zu kommen. Dominik, wenn dir jetzt schon das Wasser im Mund zusammenläuft, halte noch ein bisschen durch, bald sitzen wir an dem Tisch zusammen mit „Ricky“, dem Koch mit dem flinken Messer.
Ich könnte Wetten, dass das 6 Gänge Menü in Deutschland mindestens 150€ pro Person kosten würde. Hier zahlt man dafür geschmeidige 25€, was für Peking schon die Spitze ist. Zumindest habe ich bis jetzt noch nicht teurer gegessen (und auch nicht besser).