Hallo, hier der Bericht, den ich eigentlich schon am Samstag hochladen wollte. Der nächste mit weiteren Bildern folgt am WE.



Ni Hao
Es ist jetzt 22.48 Uhr. Nachdem wir gestern im Beijinger Nachtleben unterwegs waren und Morgenfrüh zum alten Sommerpalast fahren und anschließen eine traditionelle Teezeremonie bekommen, verbringe ich den heutigen Abend gemütlich in der Wohnung.
In meiner zweiten Woche in Beijing habe ich viele neue Dinge gesehen und erlebt. Wir kommen immer so gegen 18.30 Uhr aus dem Büro und gehen dann meistens noch was essen. Am Donnerstag war mein Mitbewohner Fabian zum Beispiel mit mir beim Thailänder. Wir haben uns mehrer Gerichte bestellt und in die Mitte vom Tisch gestellt. So kann jeder mit seinem Stäbchen von allem essen. Aber lasst euch eins gesagt haben: Wenn auf der Speisekarte neben vielen Chinesischen Zeichen noch 3 Chilischoten abgebildet sind, dann heißt das nicht, dass das Essen gut gewürzt ist, sondern dass es sauscharf ist! Mir standen zwar leicht die Tränen in den Augen, aber es war sehr lecker. Hier kann man aber auch zum Suppenkasper werden! Die Suppen hier sind riesig, echt lecker, schnell fertig und kosten ca. 20 Cent.
Am Donnerstag war ich auch nach der Arbeit mit Fabian bei Schneider Ma. Der steht mit dem Maßband über der Schulter zwischen zig Stoffballen in seinem Laden.
Ich habe mich also erstmal ran gemacht, die Stoffe für meinen ersten maßgeschneiderten Anzug und ein paar Hemden auszusuchen. Man sieht echt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, so viel Stoffe stehen zur Auswahl. Nachdem ich mich entschieden hatte, hat mich Ma dann abgemessen. Dann musste ich noch einiges schwierige Entscheidungen treffen – wie z.B. wie viel Knöpfe, mit Umschlag oder ohne, wie viel Schlitze hinten am Sakko, Langarm- oder Kurzarmhemden, mit Brusttasche oder ohne. Am Sonntag kommt er dann mit den Sachen zur Anprobe zu uns in die Wohnung. Bin mal gespannt.
Nachdem es gestern etwas spät bzw. früh geworden ist, habe ich den Samstag ausgenutzt und erstmal bis 14 Uhr geschlafen. Dann habe ich mich mit dem Taxi in der Stadtmitte zur Verbotenen Stadt fahren lassen (Man muss sich daran gewöhnen, dass einige Taxifahrer so sehr nach Knoblauch stinken, dass einem schon die Augen anfangen zu tränen. Aber wahrscheinlich richt man selbe nicht besser). Ich bin dann allerdings nicht rein in die Verbotene Stadt, sonder ein paar Straßen weiter durch eine große Fußgängerzone geschlendert. Ich habe mich einfach von der Menge treiben lassen und die Chinesen beobachtet. Das gefällt mir besser, als sich bei der Hitze irgendwelche Gebäude anzugucken. Man sieht hier erwachsene Männer, die eine riesige Freude daran haben einen Drachen steigen zu lassen, Frauen, die sich im Teehaus frischen Tee abwiegen und verpacken lassen und Jugendliche, die einfach nur shoppen.
Das interessanteste, was ich bisher hier gesehen habe, hat sich dann aber in einer Querstraße abgespielt. Die ganze Straße ist voll mit kleinen Küchen, die alle erdenklichen Tiere an Spießen zubereiten. An bestimmt 50 Ständen konnte man hier alles kaufen, was man sich vorstellen kann. Von Octopus, kleinen Schlangen, und „normalem“ Fleisch, über Schnecken, Heuschrecken, Seepferdchen, kleinen Krokodilen und viele andere mir nicht bekannte Tiere.
Hier habe ich bestimmt eine Stunde damit verbracht dem Treiben zuzugucken. Ich hätte ich bestimmt den ein oder anderen Spieß probiert, allerdings habe ich das schon allein deswegen gelassen, weil die Spieße den ganzen Tag offen bei dieser Hitze rum liegen. Aber lecker gerochen haben einige Stände schon. Andere dafür überhaupt nicht!
Na ja, morgen geht’s zum alten Sommerpalast mit anschließender Teezeremonie und dann warten wir auf Schneider Ma.
Gordon