Monday, September 25, 2006

Hallo Zusammen,

habe schon eine Weile nichts mehr von mir hören lassen, obwohl es eigentlich genug Informationsstoff gibt. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass die Tage viel zu kurz für all die Dinge sind, die ich mir immer so vornehme. Da wir fast jeden Abend irgendwo essen sind und den harten Tag dann meistens mit einem leckeren Mojito ausklingen lassen, ist es dann meistens zu spät, um sich noch an den PC zu setzen und einen kleinen Bericht zu schreiben. Manchmal ist der Grund auch einfach der, dass man nach mehr als einem Mojito auch nicht mehr so gut die immer kleiner werdenden Tasten auf dem PC trifft und es dann lieber vertagt.
So, nun aber zum Thema:
Freitag, der 15.09. war ein großer Tag für unser Werk in Beijing. Es wurde hoch offiziell eröffnet. Und das Ganze von lauter VVIP´s. Die 2 wichtigsten waren wohl der Bürgermeister von Beijing und Dieter „der Chef von das Ganze“ Zetsche. Die gesamte Woche davor war im Werk und drum herum ein unglaubliches Tohuwabohu. Der werden dann mal eben die Straßen und Bürgersteige neu gemacht, Rollrasen verlegt und alles auf Vordermann gebracht. Es gab quasi kein anderes Thema mehr. Wir wollten uns natürlich von der Besten Seite zeigen, denn auch Pressevertreter aus der ganzen Welt haben an der Eröffnungszeremonie teilgenommen und auch in Deutschland wurde viel darüber berichtet. Unten ein paar Links zu Artikeln aus dem Spiegel etc.
Für die Feier wurde eine Werkshalle umgebaut. Man konnte nicht erkennen, dass hier sonst eigentlich Autos gebaut werden. Es war ziemlich lustig. Typisch Chinesisch, bekamen alle ca. 2000 Mitarbeiter eine Trommel und haben zu Beginn erstmal ein kleines Trommelkonzert gegeben, bevor dann die Redner loslegten. Die ganze Zeremonie inklusive Feuerwerk und Kunsteinlagen dauerte ca. 2,5 Stunden. Danach war auch schon alles vorbei.
Am Abend hatte Herr Zetsche dann noch mal die Leute von DaimlerChrysler China Ltd. (zu denen auch wir Praktikanten gehören) in einem Hotel in der Stadt zu einer weiteren Veranstaltung mit anschließender Frage – Antwort – Runde eingeladen. Hier waren es dann ca. 500 Leute und auch die Kleiderordnung war etwas formaler. Während wir morgens alle zusammen schön einheitlich im blauen Poloshirt zusammenkamen, kam man hier ohne Anzug und Krawatte nicht rein. Also haben wir noch mal schön die Schuhe geputzt und unsere Schneider MA Anzüge aus dem Schrank geholt. Da wir schmucken Jungs vom Werk schon mal im feinen Zwirn unterwegs waren, haben wir natürlich auch gleich ein paar Bilder von uns machen lassen. Der kleine Höhepunkt des Tages war aber schon vor der Veranstaltung, als wir ca. 10 Praktikanten im Starbucks, in der Hotel Lobby, ein Käffchen getrunken haben und auf einmal Herr Zetsche an uns vorbei lief. Natürlich kam er nicht einfach so davon. Für ein Bild musste er schon kurz anhalten. Für einen so beschäftigten Mann, der zu dem Moment wahrscheinlich gar nicht wusste, wo in der Welt er eigentlich gerade ist und welche Tageszeit es gerade war, machte er einen recht entspannten und freundlichen Eindruck. Auch für ein kleines Späßchen war er zu haben. Dann rauschten er und seiner Bodyguards aber auch schon wieder davon. Ich wollte ihn schon fragen, ob sein Anzug auch von Schneider MA ist, aber das habe ich mir dann lieber verkniffen…
Ja, viel mehr gibt’s dazu eigentlich gar nicht zu berichten. Guckt euch einfach die Bilder an und wer mehr über die Werkseröffnung lesen möchte, dann den Links folgen:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,3978237,00.html

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/113422.html

http://www.chinadaily.com.cn/bizchina/2006-09/18/content_691302.htm

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437179,00.html






Sunday, September 03, 2006









So, hier einfach noch ein paar Bilder von Beijing und dem Leben hier. Stau ist hier wirklich an der Tagesordnung. Da kann es schon mal sein, dass man für 5km eine Stunde benötigt. Dafür kann man dann aber an vielen Orten abends nach der Arbeit schön gemütlich etwas essen und ein paar Mojitos schlürfen, wie z.B. im Hohai Park (siehe Bild).

Ein richtiger Chinese braucht natürlich auch eine Mao-Mütze, also habe ich mich auf dem Markt schon mal nach einer umgeschaut. Diese war allerdings mind. eine Nummer zu groß.

Jetzt habe ich schon einiges über Schneider Ma geschrieben, dann sollt ihr ihn und seinen Laden auch mal zu sehen bekommen. Letzte Woche kam Michael aus Stuttgart zu Besuch. Er studiert zusammen mit meinem Mitbewohner Fabian an der Uni. Wie der Zufall es wollte, kannten wir 2 uns aber auch schon aus unserem gemeinsamen Chinesisch Sprachkurs. Michael wird ein Semester in Qing Dao studieren. Auf dem Weg dort hin hat er einen kleinen Abstecher über Peking gemacht. Er wollte sich auch gleich mal ein Hemd machen lassen, also sind wir, nachdem wir ausgeschlafen hatten zusammen zum Schneider. Dort konnte ich dann auch nicht wiederstehen und habe mir auch gleich noch ein paar "edle Zwirne" für weitere Hemden rausgesucht.

An dieser Stelle mal vielen Dank für eure Mails und Kommentare. Freue mich immer von euch zu hören.

Viele Grüße

Gordon







Hier nun endlich der Bericht von unserem Mauertrip. Schon vor 2 Wochen hatte Vincent uns mit Hilfe einer Chinesischen Kollegin einen Fahrer organisiert, der uns Sonntagmorgens um 8.00h von Beijing nach Simatai fährt. Simatai ist ein sehr bekannter Ort, an dem die Mauer sehr gut erhalten ist bzw. restauriert wurde. Aufgrund dessen sind dort natürlich auch die meisten Touristen anzutreffen. Das wusste unser Fahrer auch und hat uns deswegen nicht genau nach Simatai gefahren, sondern ca. 10km weiter. Nach ca. 3,5 Std. Fahrt waren wir also an unserem Startpunkt. Wir hatten uns gut mit Essen und Trinken eingedeckt und konnten nun unseren 10km Marsch auf der Mauer Richtung Simatai antreten. Und es war wahrhaftig ein Marsch. An diesem Abschnitt der Mauer kann man nicht gemütlich entlangschlendern, da muss man schon den ein oder anderen Satz machen bzw. an manchen Stellen richtig klettern, um weiterzukommen. Es war wirklich ein guter Tipp von unserer Kollegin und dem Fahrer. Die Mauer war kaum restauriert und außer uns waren auch nur sehr wenige andere Leute unterwegs. Für die 10km nach Simatai haben wir ca. 8 Std. benötigt, wobei wir uns aber auch Zeit gelassen haben und auch eine ausgedehnte Frühstückspause auf der Mauer eingelegt haben. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Die Temperatur war sehr angenehm und die Sicht war hervorragend. Natürlich haben wir auch die frische Bergluft genossen. Nach ein paar Wochen im versmoggten Peking weiß man das richtig zu schätzen. Unser Fahrer hatte uns morgens am Startort rausgelassen und ist dann mit dem Auto nach Simatai gefahren. Dort hat er dann den ganzen Tag auf uns gewartet und erwartete uns so gegen 18.00h mit Erfrischungsgeträngen auf dem Parkplatz. Auf der Rückfahrt waren wir ziemlich K.O. Es war ein herrlicher Tag. Wir durften uns noch ins Gästebuch unseres Fahrers eintragen, in dem sich auch schon einige unserer Kollegen verewigt hatten. So viel also zu unserem Trip zur Mauer. Es war bestimmt nicht der einzige.

Gordon